Baumaßnahmen in altbauverträglicher Form

Bei der Altbaumodernisierung sind Bauweisen und Baumaßnahmen zu wählen, die möglichst altbauverträglich sind. Sie führen zu Einsparungen von Bauzeit und Baukosten.

·  Trockene Bauweise
Unnötige Feuchtigkeitsmengen belasten das Bauwerk und können später noch zu Schäden durch Schimmelpilzbildung führen. Die Trocknungszeiten z.B. von Nassputz überschreitet die eigentliche Bauzeit um ein vielfaches.

·  Endbehandelte Bauteile
Wo immer möglich, sollten endbehandelte Bauteile in der Altbaumodernisierung verwendet werden. Somit werden Zeitverzögerungen und teilweise wesentlich schlechtere Qualität in der Ausführung verhindert z.B. beim Endanstrich von Heizkörpern, Fenstern, Türen oder Fußleisten.

·  Zeit sparende Konstruktion
Teilweise kann es sinnvoll sein, teurere Konstruktionen den preiswerteren vorzuziehen, wenn hierdurch der Bauablauf beschleunigt werden kann. Z.B. kann der teurere Gussasphalt am nächsten Tag wieder begangen und mit einem Oberbelag versehen werden, während preiswertere wassergebundene Estriche mehrere Tage oder gar Wochen zur Aushärtung und Austrocknung benötigen

·  Altbaugerechte Arbeitsweise
Notwendige Veränderungen an der vorhandenen Konstruktion sollten gebohrt, gefräst oder mit einer Trennscheibe geschnitten werden. Durch Einsatz von Presslufthammer oder schwerem Stemmwerkzeug kann es zu Folgeschäden kommen, deren Kosten größer sind als die eigentliche Maßnahme. Z.B. kann das unsachgemäße Herausstemmen einer Wandöffnung den Abfall von großen Flächen Wandputz zur Folge haben, so dass der Beiputz teurer wird als der eigentliche Wanddurchbruch.

·  Schutz und Wiederverwendung vorhandener Bauteile
Alle zu erhaltenden Bauteile müssen vor Beschädigungen während der Bauzeit geschützt werden, um teilweise erhebliche Restaurationskosten vorzubeugen. Jedes Bauteil sollte auf seine Wiederverwendbarkeit überprüft werden. Dies spart Kosten, weil weniger erneuert werden muss. Erhaltene Bauteile tragen wesentlich zum historischen Erscheinungsbild des Hauses bei.

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Luftdichtheit

Das Ziel von Sanierungen und Neubauten ist es, behagliche Wohn- und Arbeitsräume zu schaffen sowie zugleich die Energieeffizienz eines Gebäudes zu erhöhen. Aus diesem Grund sollen unkontrollierte Energieverluste verhindert werden. Die EnEV 2014 fordert eine luftdichte Gebäudehülle: „Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet ist.“ (EnEV 2014, § 6, Absatz 1 Dichtheit, Mindestluftwechsel)

Die Grenzwerte, also die zulässige Luftdurchlässigkeit durch unkontrollierte, nicht geplante Leckagen, regelt die EnEV in der Anlage 4. Mittels eines Differenzdruck-Messverfahrens (Blower-Door-Test) sollte vor dem Innenausbau eine Leckageortung zur Überprüfung der luftdichten Ebene erfolgen. Bei Leckageortungen von Gebäudeteilen, wie zum Beispiel einem Dachgeschoss, muss bauseits sichergestellt sein, dass der zu prüfende Teil vom übrigen Gebäude luftdicht zu trennen ist.

Vorteile luftdichter Gebäudehüllen:

  • schadensfreie Konstruktionen; Vermeidung von Schimmelbildung durch Tauwasserausfall im Konstruktionsaufbau
  • Behaglichkeit; Vermeiden von Zugerscheinungen durch undichte Anschlüsse
  • Energieeinsparung; Vermeidung von Energieverlusten
  • Schallschutz; durch Undichtigkeiten in der Gebäudehülle strömen nicht nur Zugluft, Schadstoffe und teure Heizenergie – Risse und Fugen beeinträchtigen auch die Schalldämmqualität der Bauteile

Durch die gesetzlich verlangte luftdichte Bauweise ist allerdings zwingend auf einen ausreichenden Luftwechsel zu achten. Deshalb müssen bei Neubauten und größeren Sanierungen Lüftungskonzepte erstellt werden. Ältere Gebäude haben durch die Vielzahl der Undichtigkeiten in der Regel zwangsläufig einen hygienischen Luftwechsel.

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Möglichkeiten der Schadstoffsanierung

Grundsätzlich haben Schadstoffsanierungen das Ziel, die jeweilige Schadstoffquelle zu beseitigen. Nur in Ausnahmefällen kann stattdessen die Abschottung der Schadstoffquelle in Betracht gezogen werden. In jedem Fall ist eine eindeutige, d.h. durch ausreichende Untersuchungsergebnisse gestützte Quellenzuordnung die Voraussetzung für eine erfolgreiche Sanierung. Darüber hinaus sind in Abhängigkeit vom jeweiligen Schadstoff die Gefahrstoffverordnung sowie ggf. zusätzliche Richtlinien und technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) zu beachten. Eine gute Anlaufstelle bei ersten Fragen zu den Regelwerken ist das Umweltbundesamt.

Die Emission leicht flüchtiger Schadstoffe, vor allem Lösemittel, nimmt bei den meisten Quellen relativ schnell ab, so dass kaum Sanierungsbedarf besteht. Ausnahmen bilden aber z.B. ältere Spanplatten und falsch angewendete Bodenbelagskleber, die über eine sehr lange Zeit Formaldehyd bzw. Schadstoffe und/oder Gerüche abgeben und deshalb entfernt werden müssen. Emissionen von schwerflüchtigen Stoffen nehmen über die Zeit kaum ab, so dass meistens eine Entfernung der Quellen notwendig ist. Einige der hierunter fallenden Stoffe sind inzwischen verboten, gelten als krebserregend oder toxisch und sollten mit entsprechender Ernsthaftigkeit betrachtet werden. Bei mit Holzschutzmittel behandelten Balken lassen sich Emissionen mit gewissen Einschränkungen weitgehend zurückhalten, indem man eine so genannte Maskierung der Oberflächen mit einer dichten Beschichtung vornimmt. Ein Spezialfall ist die PCB-Sanierung, für die es eine eigene PCB-Richtlinie gibt. Sie wird – ähnlich wie bei Asbest – aufgrund der Giftigkeit des seit 1989 verbotenen Schadstoffes unter Abschottung der Sanierungsbereiche und mit aufwendigen Arbeitsschutzmaßnahmen durchgeführt. Ein weiterer Spezialfall ist die Brandschadensanierung, bei der oft große und schwer zu reinigende Flächen von meist öligem Kondensat überzogen sind, das sich je nach Oberfläche nicht vollständig entfernen lässt. Insbesondere für letztere Fälle ist der Einsatz von Fachfirmen unabdingbar.

Im Rahmen von energetischen Sanierungen und der daraus folgenden erhöhten Luftdichtheit von Gebäuden können vormals unauffällige Schadstoffkonzentrationen in Innenräumen deutlich zunehmen – und daraus kann wiederum die Notwendigkeit einer weiteren Sanierung entstehen. Aus diesem Grunde sollten potenzielle Schadstoffquellen überprüft werden, bevor man Maßnahmen zur Verbesserung der Luftdichtheit ergreift.

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Zellulose

Zellulose ist der Hauptbestandteil von pflanzlichen Zellwänden und dient hauptsächlich als Rohstoff für die Papierherstellung, aber auch für die Wärmedämmung kommt das Material zum Einsatz. Zellulosedämmstoffe werden aus Altpapier hergestellt. Dieses stammt in der Regel aus sortierten Druckerzeugnissen, die unter Beigabe von Zusätzen in einem mehrstufigen Zerreiß- und Mahlverfahren mechanisch zerfasert werden. Die so entstandenen, losen Flocken können entweder direkt verwendet oder, beispielsweise mit Textilfasern, zu Matten weiterverarbeitet werden.

Die Flocken eignen sich zum offenen oder verdichtenden Einblasen in geschlossene Hohlräume – beispielsweise zwischen Dachsparren – oder zum Aufblasen als freiliegende Schüttung auf nicht begangenen, horizontalen oder mäßig geneigten Flächen. Dämmplatten kommen vor allem für den Wärmeschutz senkrechter oder steil geneigter Flächen von Fassaden oder Steildächern zum Einsatz, Matten finden als Klemmfilz oder Trittschalldämmung Verwendung.

Zellulose gehört zur Gruppe der organischen Faserdämmstoffe, ihre Dämmwirkung erreicht sie durch den Einschluss ruhender Luft in den Faserzwischenräumen. Sie ist wärmedämmend, wärmespeichernd, schalldämmend und sorptionsfähig. Ihr Brandverhalten ist in die Baustoffklassen B2 bis B1/B-s2, d0; C-s2, d0 unterteilt, bei den verwendeten Flammschutzmitteln ist auf deren Gesundheitsverträglichkeit zu achten. Einblaszellulose darf nur von lizenzierten Fachbetrieben verarbeitet werden.

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Unter Deutschlands Dächern herrscht großer Sanierungsbedarf

In einem ungedämmten Haus gehen bis zu 30 Prozent der Heizenergie über die Dachflächen verloren. Eine energetische Sanierung zahlt sich hier also oft schon nach kürzester Zeit wieder aus. Umso erstaunlicher ist es, dass die Mehrheit der deutschen Eigenheimbesitzer (59 Prozent) ihr Dach noch niemals hat sanieren lassen. Dies ist zumindest das Ergebnis aus einer repräsentativen forsa-Umfrage, welche im Auftrag des Dachsystemhersteller Braas durchgeführt wurde.

Hausdächer, welche vor 1990 errichtet wurden, blieben in 46 Prozent der Fälle bis dato unsaniert. „Abgesehen von eventuellen Mängeln, ist eine Überprüfung des Daches bei diesem Alter auch aus energiewirtschaftlichen Gesichtspunkten ratsam. Denn was vor rund 30 Jahren noch ausreichend war, ist heute meist nicht mehr zu verantworten“, erklärt Alexander Flebbe, Experte für Dachsysteme bei Braas, auf der Firmeneigenen Homepage. „Verarbeiter müssen verstärkt ihre Kunden darauf hinweisen, dass eine Dachsanierung auch dann sinnvoll ist, wenn im Laufe der Jahre keine gravierenden Schäden entstanden sind.“

Wird in Deutschland ein Neubau realisiert oder ein Eigenheim umfangreich saniert, muss die geltende Energieeinsparverordnung (EnEV) und der darin festgeschriebene Energieverbrauch eingehalten werden. Nur knapp die Hälfte (45 Prozent) der befragten Hausbesitzer kennen allerdings die aktuelle EnEV 2014 und die damit verbundenen Auflagen. Auch, dass bei Nichtbeachtung etwaige Bußgelder drohen, ist den allerwenigsten bekannt. In Beratungsgesprächen sollte daher besonders verständlich erklärt werden, welche Ausgangssituation vorherrscht und welche Vorteile eine Dachsanierung mit sich bringt.

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Holzfaserdämmstoffe für Dach und Wand

Diffusionsoffen und feuchtergulierend

Der nachwachsende Rohstoff Holz ist vielseitig einsetzbar und eignet sich nicht zuletzt als Dämmstoff. Der Holzfaserdämmstoff Pavaflex des Herstellers Pavatex besteht zu rund 85 Prozent aus Holzfasern, die aus Sägeresten und Hackschnitzeln von Nadelhölzern gewonnen werden. Das Holz wird getrocknet, zerfasert und zu Matten verarbeitet. Das Produkt ist ein Dämmstoff, Wärmedämmstoffe für Gebäude – Werkmäßig hergestellte Produkte aus Holzfasern (WF) und wird im Trockenverfahren hergestellt. Dazu werden Holzfasern, Bindefasern und Ammoniumphosphat verwendet.

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Bodenausgleichsmasse für die Altbausanierung

Zementbasis mit Werktrockenmörtel auf Armierungsfasern

In den meisten Altbauten sind die Böden bzw. Untergründe alles andere als dafür geeignet, mit neuen Belägen ausgestattet zu werden. Speziell für diesen Fall und die Vorbereitung alter Holzböden zu ebenen, saugfähigen und hoch festen Verlegeflächen wurde die Bodenausgleichsmasse Soloplan-FA entwickelt. Der selbst verlaufende Werktrockenmörtel auf Zementbasis ist mit Armierungsfasern versehen und kann nach dem Anmischen zum Glätten, Spachteln und Ausgleichen verwendet werden.

Mit einer Schichtdicke von 3 bis 20 mm können auf alten Holzböden tragfähige, rissfreie Untergründe für sämtliche Bodenbeläge geschaffen werden – egal ob Linoleum, Kork, PVC oder Designbelag, ob Teppichboden, Holz- (Parkett) oder keramische Fliesen und Platten. Beträgt die Einbaudicke der Ausgleichsmasse weniger als 10 mm, ist bei Holzuntergründen zusätzlich eine Entkopplungsplatte vorzusehen. In Verbindung mit einer geeigneten Verbundabdichtung kann die Ausgleichsmasse auch in Räumen mit geringer Feuchtigkeitsbelastung eingesetzt werden, außerdem auf beheizten Untergründen und als Vergussmasse zwischen elektrischen und Warmwasser-Dünnbettheizungen.

Vor dem Auftragen ist der trockene Untergrund gründlich zu reinigen und anschließend zu grundieren. Nach dem Trennen des Wand-/Bodenanschlusses mit einem Randdämmstreifen wird die Bodenausgleichsmasse mithilfe einer Glättkellen gleichmäßig verteilt, egalisiert und anschließend mit einer Stachelwalze entlüftet. Die Fläche ist nach etwa 3 Stunden begehbar (bei 3 mm Schichtdicke, 23°C und 50% rel. Luftfeuchtigkeit, höhere Temperaturen beschleunigen, niedrigere verlangsamen die Aushärtung), kann nach rund 24 Stunden belegt und nach 7 Tagen belastet werden.

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Rauchwarnmelderpflicht ab 2017

In Deutschland ist die Verpflichtung zur Ausstattung von Wohnungen mit Rauchwarnmeldern ab dem 1. Januar 2017 gesetzlich geregelt.

Einheitlich festgelegt in allen bisher angepassten Bauordnungen der Bundesländer ist, dass in Wohnungen

  • Schlafräume und
  • Kinderzimmern sowie
  • Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräume führen

jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben müssen. In einigen Bundesländern (Berlin, Brandenburg, Sachsen, Baden- Würtemberg) müssen auch andere Räume einen Rauchwarnmelder haben.

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Holzfaserdämmstoffe

Holzfaserdämmplatten werden vollständig aus Restholz hergestellt, das bei der Durchforstung und in Sägewerken übrig bleibt. Durch die maschinelle Zerfaserung und die Zugabe vom Wasser und Wärme wird die holzeigene Klebefähigkeit aktiviert. Weitere Zusätze können Naturbaumharz, Alaun oder hydrophobierende Stoffe wie Bitumen, Paraffin oder Latex sein.

Damit eignet sich das Produkt auch zum Einsatz in Wohngebäuden, in denen sich Allergiker aufhalten. Denn bisher sind nach Angaben der Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen Allergien auf Holz oder Holzprodukte nicht bekannt. Auch die in Holzfaserdämmstoffen verwendeten Zusatzstoffe als Bindemittel oder zum Brandschutz sind in der Regel nicht allergieauslösend.

Bauphysikalisch betrachtet verfügen feste Holzfaserdämmplatten über ein gutes Wärmedämmvermögen (λ 0,04 W/mK). Sie sind relativ schwer (Rohdichte ρ 160-250 kg/m³) und sie leiten nur einen kleinen Teil der Wärme von außen nach innen und speichern diesen Anteil im Dämmstoff so lange, bis die nächtliche Auskühlung einsetzt. Es gelangt also wenig Wärme in das Gebäudeinnere. Der Temperaturausgleich in einem mit Holzfaser gedämmten Haus lässt sich also einfach durch Lüften während der kühlen Nachtstunden erzielen.

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Nachhaltig Bauen

Nachhaltiges Bauen bedeutet, Bauwerke zu errichten und zu erhalten, die für zukünftige Generationen ein Kapital und keine Altlasten darstellen.

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